Zwischenstopp auf dem Bauernhof

Auf dem Weg an die Adria haben wir in Österreich einen sehr netten, kleinen Stellplatz durch Zufall entdeckt: die Jausenstation Schauphof.

Hier können 3 Mobile stehen – wir waren Nr. 4 und durften trotzdem bleiben, da wir mit 5,40m relativ klein sind. Es gibt ein Uröstereichisches Restaurant für Abends. Wenn man das möchte kann man am nächsten Morgen ein Frühstück, was keine Wünsche offen lässt, einnehmen und vor allem das ganze ab 7:30 Uhr. Das ist für uns (Klein)kindeltern ein Traum, denn nichts ist ätzender als noch 2h warten zu müssen aufs Frühstück, nur weil die Brut meint 7 Uhr aufstehen zu müssen.

Für die Kinder gibt es einen Sandkasten, eine Rutsche, ein Spielhäuschen und vor allem Tiere, Tiere und nochmal Tiere! 

 Man durfte beim Melken zusehen, die Babykätzchen hatten gerade die Augen geöffnet, die Ziegen laufen frei umher, die Eier holt man frisch aus dem Hühnerstall, die Wachteleier kann man auch direkt mit einsammeln, die Hasen kann man streicheln und Hasenbabys gab es auch noch obendrein, der Hofhund ist ohnehin handzahm und die Schafe blöken entspannt von der Weide. Die Kinder wollten gar nicht weiterfahren am nächsten Tag. Nur das Versprechen das wir auf dem Rückweg wieder dort vorbei schauen hat sie überzeugt doch weiter ans Meer zu fahren.   

Ein wirklich schöner Fleck den wir hier kennengelernt haben und wo die Welt augenscheinlich noch mehr als in Ordnung ist. 

 

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Erntezenit vs. Urlaub

Es gibt Timings die passen einfach nicht! Zum Beispiel kollidiert unser Urlaub dieses Jahr komplett mit unserem Garten.

Denn zur Zeit könnte man täglich einfach nur ernten, ernten und nochmals ernten. Wir sind tatsächlich zur Zeit Gemüsetechnisch Selbstversorger.  

Von Brokkoli über Spitzkohl, Salat, Gurken, Tomaten und Zucchinis ist alles da was das Herz begehrt.

Ganz begeistert bin ich vom Brokkoli den ich dieses Jahr das erste Mal gepflanzt habe und der offensichtlich in seiner völligen Anspruchslosen Art perfekt in meinen Garten passt. 

 
Und nun gab es den ersten 700g schweren Brokkoli, einfach großartig.

 

Leider muss ich meinen Garten jetzt kurz vor seinem Erntezenit für zwei Wochen allein lassen.  Und in den zwei Wochen gibt es mit Sicherheit 6 Zucchinis, 3 Spitzkohls, 8 Salate, 4 Brokkolis und etliche Tomaten und Gurken – schlechtes Timing dieses Jahr. Mal schauen was noch dran ist wenn wir zurück sind.

  
Auch die Bienen können danach wieder geschleudert werden, denn die waren in den letzten Wochen ebnfalls unheimlich fleißig  

  

Die große Campingfreiheit

Wir buchen nicht. Wir planen kaum. Wir fahren einfach los! 

So machen wir das eigentlich im Sommerurlaub seit vielen Jahren. Oft wissen wir noch 1 Woche vorher nicht wohin uns der Wind bzw. die Straße treibt. Aber meist nimmt uns das Wetter die Entscheidung ab. Dann wird gepackt und es geht los.

Diesmal jedoch war es richtig schwer. Durch die Kita-Ferien sind wir bereits ohne Schulpflichtige Kinder auf die Ferien angewiesen, dass erschwert die Suche nach einem schönen Ziel immens, da alle anderen eben auch suchen.

Diese Jahr standen zur Auswahl:

  • Schottland
  • Südengland
  • Schweden
  • Dänemark
  • Baltikum
  • Polen
  • Österreich
  • Italien

Nach und nach flog ein Ziel nach dem anderen raus. Wobei wir uns bei „nach und nach“ im Horizont der letzten 2 Wochen bewegen. Denn die meisten Ziele sind Fährfahrtenziele und da waren die interessantesten (Baltikum und Schottland) schlichtweg bereits ausgebucht. 

Wettertechnisch gibt es nun im Norden eine leichte Kaltfront und bei 14°C möchten wir auch nicht abends draußen lesen bzw. sitzen. 

Also geht es nach einigem hin und her nun vermutlich an die obere Adria nach Grado und dann noch nach Kärnten an den Ossiacher See. Da wir nur 2 Wochen haben, werden es wohl auch nur eine Handvoll Stops werden. Mal sehen wohin uns der Weg führt. 

Genau diese Freiheit liebe ich am campen so sehr!

Hähnchen unter Druck

Bei unseren Küken dieses Jahr war ein Hahn dabei und wir haben uns entschieden diesen erstmal zu behalten. Wie sich das im Detail dann verhält, da wir mitten in der Stadt umgeben von Nachbarn wohnen, müssen wir erst austesten. Bisher ist die Frustrationstoleranz unserer Nachbarn beim lauten Hühnergegacker sehr hoch. Wie es dann bei uns und den Nachbarn mit Hahnen-Kikeriki aussieht, dass wird die Zeit zeigen. 

Allerdings ist so eine Nachzucht von Hühner gar nicht mal so zeitunintensiv. 

  
Nachdem die Mutter entgluckt hatte, haben wir die Küken noch separiert aber mit Sichtkontakt zu den Anderen gelassen. Das klappte so gut, dass wir uns entschieden nach 1 Woche die kleinen Hühner mit den großen Hühnern zusammen zu lassen. 
Nun zeigt aber auch hier die Natur wieder einmal das die Verhaltensbiologie und die Sozielentwicklung von uns Menschen gar nicht soweit weg sind von der eines Huhns. Das die Kleinen die Kleinen sind, war unumstritten und es gab erstmal an der sogenannten Hackordnung im Stall nichts zu ändern. 

  
Jedoch ahnten die Großen, dass zeitnah mit dem Hahn im Stall ein anderer Wind wehen wird und nutzen nun Ihre einzig verbleibende Chance – sie hacken, jagen und mobben den Hahn, dass dieser um sein Leben fürchten muss. Hetzjagden sondergleichen spielten sich ab, so dass wir nun erstmal wieder die kleinen Hühner samt Hahn räumlich getrennt von den großen haben, damit diese den Hahn nicht umbringen.

 

Beerenwettlauf

Der täglichen Kampf um die eigentliche Herrschaft des Gartens geht alljährlich in die heiße Phase. Wer darf die leckeren Him-, Brom-, Stachel-, Blau- und Johanissbeeren, sowie Pflaumen und bald auch Äpfel essen? Mensch oder Tier? Huhn oder Spatz? Wespe oder Raupe?   

Ein Huhn springt spontan aus den Stand 30cm wenn es nur die Chance auf eine Pflaume, Beere oder Apfel sieht. Ärgern bringt nichts.

    
    

Letztes Jahr haben unsere Hühner komplett die weißen und roten Johannisbeeren gegessen. Dieses Jahr gab es wenigstens ein Schälchen voll. 

Schade das die nie an die schwarzen Johannisbeeren gehen, denn die haben wir in Hülle und Fülle.

Eigentlich fehlen mir sowieso immer die Ideen was ich mit den ganzen Beeren machen soll außer einfrieren und im Tiefkühlfach vergessen. Denn soviel Marmelade essen wir gar nicht, erst recht nicht wenn man den besten Honig selbst ernten kann. Für Ideen bin ich also sehr dankbar, wie man die Beeren schmackhaft haltbar machen kann. 

Aber zur Zeit lieben es die Kinder noch jeden Morgen ihre Beeren direkt vor der Kita in die Brotbox zu pflücken und wir fühlen uns dann immer ein bisschen wie auf Bullerbü.

   

Vom Wundern und Entzaubern der eigenen Erwartungen oder wenn Mütter Kinder bekommen. 

„Ein Wunder verliert durch Wiederholung seinen Zauber nicht.“ 

So liest man es auf Geschwistergeburtskarten gern. Aber stimmt das wirklich? Verzaubert einen ein zweites Wunder wirklich noch einmal oder sind unsere Erwartungen dann einfach bereits viel zu hoch?

Tatsächlich hat mich Kind 2 vor knapp 2 Jahren immens geerdet. Kind 1 hatte ich gut im Griff. Ich war entspannt. Ich hatte vorher keine Erwartungen gehabt. Die Zeit nach der Geburt lies ich auf mich zu kommen. Ich genoss die Auszeit aus dem Job. Das Eintauchen in diese völlig zu Beginn surreale Parallelwelt. Den Stress den viele machten konnte ich nicht verstehen. Ich lieb(t)e Kind 1 über alles. Ich hatte weniger Zeit für mich und wir für uns. So what! Wir hatten ja den kleinen Prinzen! Und der verzaubert(e) uns jeden Tag aufs Neue. Auch als die Zeit kam, in der er uns unsere persönlichen Nervengrenzen deutlich und vehement aufzeigte. Trotz allem fand ich mich selbst entspannt. 

Doch dann kam (fast) auf den Tag genau 2,5 Jahre später Nr. 2! 

  
Und alles war anders. Schöner? Erstmal nicht! Ich hatte nicht weniger Zeit für mich, sondern gar keine mehr. Die Liebe verdoppelt sich, sagen alle. Ich fand es (vorerst) nicht.  

Kind 1 lag nach der Geburt in meinem Arm und ich war geflasht, verliebt und für immer verzaubert. Da war er, mein kleiner Prinz. Ich konnte ihn immer nur ansehen und mir kamen die Tränen, vor Glück.

Kind 2 lag nach der Geburt in meinem Arm und ich war kaputt, müde und leer. Da war sie, meine kleine Prinzessin. Ich sah sie immerzu an und mir kamen die Tränen,  vor Sorge.

Ich wartete auf den zweiten Knall der großen Gefühle, doch er blieb (vorerst) aus. Es kamen Ängste, Zweifel und Bedenken. Ich fühlte mich schlecht. 

Hochschwanger konnte ich so viel nicht mehr mit Kind 1 machen. Die Nerven waren dünner, die Kraft weniger, der Bauch größer denn je. Nach der Geburt würde ich wieder voll für ihn da sein – hatte ich gedacht. Doch keine Mutter steht aus dem Kreisbett auf und tobt mit ihrem zweijährigen um die Wette. Kind 1 machte das Beste was ein großer Bruder hätte machen können: er orientierte sich temporär weg von Mama, hin zu Papa. Er gab mir damit alle Zeit die eine Mama am Wochenbett für ein Neugeborenes benötigte. Doch ich fühlte mich verstoßen von ihm. Kind 2 hatte seine Mama immer ganz nah bei sich, Tag und Nacht. Aber mein Herz das kämpfte. Um den vermeintlichen Verlust des kleinen Prinzen, mit meinen persönlichen Erwartungen an mich und den Gefühlen zu der kleinen Prinzessin. 

Die Zeit verging, ich kam auf die Beine. Mein Kopf wurde klarer, mein Herz offener. Ich akzeptierte das ich nichts im Griff hatte. Das ab jetzt erstmal das Motto war „einer heult immer“ – irrelevant ob Kind 1, Kind 2 oder ich. 

Mein schlechtes Gewissen wich einem eigenartigem Trotz. Warum sollte ich ein schlechtes Gewissen Kind 1 gegenüber haben? Er hatte 2,5 Jahre lang uns allein, nur für sich. Eine Zeit, welche Kind 2 nie im Leben haben würde. Sie musste alles teilen, von Beginn an. Gleichzeitig hatte ich Kind 1 die vermutlich längste Beziehung seines Lebens geschenkt: die Geschwisterbeziehung! 

Mit dieser Gewissheit fiel es mir leichter den Alltag ohne Selbstgeiselungen zu leben. Wir wurden ein Team. Wir wurden unzertrennlich. Wo ich war, waren auch die beiden. Jeder musste zurück stecken, nicht nur ich. Auch Kind 1 und 2. Und es kam was hätte schon am ersten Tag hätte kommen sollen: die Liebe zur kleinen Prinzessin! Sie kam verspätet aber mit großen Schritten und unaufhaltsam. Am Ende war sie tatsächlich so groß und intensiv wie bereits beim kleinen Prinzen. Ich hatte sie also doch: Liebe für zwei! 

Das alles ist inzwischen knapp 2 Jahre her. Was bleibt ist ein gewisses Chaos im Alltag und die Gewissheit das alles genauso richtig war wie es war und das es nur ein Punkt gab der hätte anders laufen können: meine Erwartung zu Beginn an mich selbst, die Situation und den Start mit zwei Kindern.

Borkum

Mindestend einmal im Jahr packt es uns. Dann stehen wir an einem Samstag ganz früh auf (3:30 Uhr), packen die Kinder ins Auto, fahren 300km an den Fähranleger nach Eemshaven, parken dort und fahren mit der ersten Fähre des Tages (7:30 Uhr) nach Borkum. Auf der Insel selbst holt eine schicke kleine Eisenbahn einen vom Hafen ab und bringt einen ins Städtchen. 

Irgendein Hotel findet man fast immer für ein verlängertes Wochenende, welches in unmittelbarer Strandnähe ist. Einen Campingplatz gibt es auch, jedoch ist spontan meist kein Platz mehr für das Wohnmobil auf der Fähre und für 3 Tage lohnt sich der Mehrpreis auch kaum.
   

der Hauptstrand ist für Familien schon sehr nett, aber man sich unbedingt die Zeit nehmen und am Strand Richtung Ostland gehen. 
Nirgendwo habe ich bisher so eine „Strandwüste“ mitten in Deutschland erlebt, durch die man aber wunderbar mit einem Fahrradwagen schieben kann.  

In den Prielen baden die Kinder wie in einer Badewanne, auch wenn die Nordsee selbst noch 16 Grad hat.   

An fast jeder Strandbude gibt es Milchreis, Dickmilch oder andere Leckereien und von Krebsen, Robben und Unmengen an Muscheln will ich gar nicht erst anfangen.  

Fazit: Borkum geht einfach immer! Auch mitten in der Hochsaison gehört einem der Strand fast ganz allein, wenn man nur ein paar Meter Weg in Kauf nimmt.