Plastik-Panik

Nachdem ich seit neuesten aus Pragmatismus mal wieder mehr beim Discounter um die Ecke einkaufen ging, fiel mir eine Sache sehr schnell auf: ein Korb voll Obst und Gemüse heißt zu Hause 2 Mülleimer voll Plastikverpackung. 

Überhaupt ist gefühlt der Müll mal wieder unkoordiniert explodiert. Das muss und soll sich ändern! 

Eine ähnliche Situation hatte ich damals mit den Windeln. Dann bin ich auf Stoffwindeln umgestiegen und hatte defacto keinerlei Müll mehr vom Wickeln. Und nun sind alle Stoffwindeln bei EBay-Kleinanzeigen und gehen in die nächste Runde – so macht Nachhaltigkeit Spaß.

Also zurück zum Plastik-Alltag. Zuerst hab ich mal konkret geschaut wo bei uns überall Plastikmüll entsteht.

In der Küche am Meisten hier:

  • eingepacktes Obst & Gemüse
  • Joghurtbecher
  • Frischkäse-/ Quarkverpackungen 
  • Wurst/ Käseverpackung wenn nicht an der Theke gekauft
  • Strohhälme 
  • Gefrierbeutel

Im Bad am Meisten hier:

  • Umverpackung aus Zahnbürsten 
  • Zahnbürsten selbst 
  • Zahnpastas
  • Duschbads/ Shampoos 
  • Handseife 
  • Damen-Hygieneartikel
  • Wattepads 
  • Cremes

Also schon eine ganze Menge Plastikmüll übers Jahr verteilt, wenn man so einen 4-Personen-Haushalt sieht.

Jetzt kann man natürlich nicht alles auf einmal umstellen, aber man kann eben doch peu a peu Einkäufe und Gewohnheiten hinterfragen.

Eine ganz große Menge Müll entfällt schlagartig wenn man sein Obst & Gemüse statt beim Discounter wieder auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen kauft. Das spart tatsächlich 2 komplette Mülleimer voll Plastik. Es ist zwar völlig unbefriedigend, dass die Discounter – die an der Stelle so viel ändern könnten, es aber nicht tun – ihre Marktmacht hier nicht ansatzweise nutzen, aber zumindest ich kann für uns im Kleinen reagieren. Allerdings bekam ich die Tage sogar im Alnatura-Supermarkt die Möhren in der 1kg-Plastik-Schale, da verliert man dann schon etwas den Glauben.

Ein zweiter großer Plastiksparfaktor entsteht, wenn man Joghurt, Quark und Frischkäse selbst herstellt – denn davon essen wir eine ganze Menge pro Woche.

Gleichzeitig gibt es jetzt zukünftig Seife statt Duschbad und Flüssigseifen, Wattepads werden vorerst gegen Stoffpads getauscht (endlich ein Grund mal wieder die Nähmaschine anzuwerfen und upzucyclen) und Wurst, Fleisch- und Käse ausschließlich an der Theke oder auf dem Wochenmarkt gekauft, denn auch hier spart der Biomarkt kaum an Plastik im Vergleich zum Discounter.

Los gehts also mit der persönlichen Herausforderung „Kampf dem Plastikberg“ im eigenen Haushalt.

Ich bin gespannt wie gut man es durchhalten kann und wieviel man tatsächlich gefühlt und real an Müll einspart. 

Ein kleiner Nachteil besteht jedoch: man bekommt einen Blick für den Plastikumgang bei anderen und darf nicht militant werden. Denn dann verdirbt es die Laune und es ist auch keinerlei Vorbild für Andere: denn wer will schon einem völlig militanten, gestressten Plastikverweigerungsöko etwas nachmachen? Keiner! Aber nur wenn wir alle im kleinen anfangen konsequent zu reduzieren, kann es deutlich voran gehen – analog der Verbannung der Plastiktüten aus dem Supermarkt. 

Propolistinktur 

Sie ist fertig! Meine erste selbst hergestellte Propolistinktur. 2 kleine Gläschen sind es geworden. 

  
Ich sammle unterjährig immer den Propolis den die Bienen an den Rähmchen hinterlassen und gebe ihn dann direkt ins Gefrierfach. Auf die Art sammelt sich dann übers Jahr doch eine kleine Menge zusammen.
Diese wird dann gefroren pulverisiert (entweder mit einer alten Kaffeemühle, mit dem Mörser oder einer Küchenmaschine) und in ein dunkles Schraubglas gefüllt. Nun kommt reiner medizinischer Alkohol aus der Apotheke drauf im Verhältnis 1:2. Also bspw. 20g Propolis und 40g Alkohol, ich hatte den 96%igen.

Danach kommt der Deckel drauf und einmal täglich wird das ganze gut durchgeschüttelt. Wenn man nicht täglich daran denkt, ist es auch nicht schlimm.
Nach ca. 6 Wochen wird alles durch ein Kaffeefilter in ein sauberes Glas gefüllt. Im alten Glas bleiben nun nur noch saubergewaschene sonnengelbe Wachsreste zurück und im neuen sammelt sich die dunkelbraune Propolistinktur.


„Äußerlich wird Propolis vorbeugend und therapeutisch bei Irritationen, Entzündungen und Verletzungen der Haut (…) und Schleimhaut (…) verwendet. Ethanolische Sprays und Lutschpastillen werden zum Schutz vor Infektionen und zur unterstützenden Behandlung bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet. Auch in Pflegeprodukten für Haut und Haare wird Propolis verwendet. Lokal wird Propolis in Einreibungen und Salben zur Linderung rheumatischer Beschwerden benutzt.
Innerlich wird Propolis traditionell zur Stärkung des Immunsystems und Vorbeugung vor Erkältungskrankheiten der unteren Atemwege (Bronchitis) angewendet. „(Quelle: Wikipedia)

Das Boot der Anderen oder die Endlichkeit zeigt ihr Gesicht

Der Boden der Realität ist hart, kalt und unbequem! Und er stellt immer wieder die Frage in den Raum „Wozu und Warum ist eigentlich dieser ganze Quatsch um den wir uns hier tagein und tagaus bemühen?“

Da macht man eben auf jenen Pseudoöko-Möchtegernselbstversorger-Weltverbesserungs-Heini, pflanzt an, denkt mit, versucht den Kindern einen Zugang zur Natur und einer nachhaltigen Lebensweise zu vermitteln, fühlt sich frei und immer auch ein bisschen gesünder und wähnt sich auf der Gewinnerseite des Lebens und dann macht es „Bäm!“ und man schaut betreten aus der Wäsche. Kehrt schnell die letzte Hühnerkacke von der Terrasse, sitzt vor seinem selbstgepflanztem Salat, sieht den Kindern mit ihrer selbstgebastelten Knete zu, schlürft seinen Grünen Smoothie und ringt erst mal um Fassung. Im Grunde braucht man da Zigaretten und Bier zum verdauen – aber auch das hilft ja nicht weiter.

Ich selbst bin dank einer kleines hartnäckigen Zecke, die so frei war eine Runde Borrelien mitzubringen bei Ihrem Hausbesuch, nun in der 3. Antibioserunde (nicht schön aber unspektakulär) während meine Schwester mit gerade mal Ende 30 die Brustkrebskarte ganz frisch gezogen hat! 

Eben jene Nachricht die man immer von Anderen kennt. So etwas geschieht Bekannten oder Freunden von Bekannten oder maximal noch Familie von Freunden, aber doch nich einem selbst in der eigenen engsten Familie. In dem „Krebsboot“ sitzen doch steht’s die Anderen und nicht wir Goldkinder. 

Und dann ist es auf einmal da: das Boot der Anderen und es heißt einsteigen und mitfahren. Sich hilflos und unnütz fühlen, einen gemeinsamen Weg finden und seine eigenen Ängste zu bekämpfen um stark für den betroffenen und geliebten Menschen zu sein. 

Da ist sie nun also, die wahre Herausforderung für das Jahr 2015/2016. Verwirrend, schockierend, erdend aber auch zusammenrückend zugleich. Werden wir als Angehörige es schaffen den Weg richtig mitzugehen – ich hoffe es so sehr!