Geoboard bauen

Neulich habe ich die folgende Idee bei einer Freundin gesehen und musste sie sofort nachbauen:

ein Geoboard

Man benötigt ein Lochbrett (hier 50x50cm), 80 Gewindeschrauben (4x16mm) mit Muttern und eine Packung Gummiringe.

Der Rest ist schnell und einfach erledigt. In einem halbwegs geometrischen Abstand (hier jedes 3. Loch) schraubt man von unten eine Schraube durch. 

Dann einfach den Kindern die Gummis in die Hand geben und los geht der Spaß. 

  

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Vom Wundern und Entzaubern der eigenen Erwartungen oder wenn Mütter Kinder bekommen. 

„Ein Wunder verliert durch Wiederholung seinen Zauber nicht.“ 

So liest man es auf Geschwistergeburtskarten gern. Aber stimmt das wirklich? Verzaubert einen ein zweites Wunder wirklich noch einmal oder sind unsere Erwartungen dann einfach bereits viel zu hoch?

Tatsächlich hat mich Kind 2 vor knapp 2 Jahren immens geerdet. Kind 1 hatte ich gut im Griff. Ich war entspannt. Ich hatte vorher keine Erwartungen gehabt. Die Zeit nach der Geburt lies ich auf mich zu kommen. Ich genoss die Auszeit aus dem Job. Das Eintauchen in diese völlig zu Beginn surreale Parallelwelt. Den Stress den viele machten konnte ich nicht verstehen. Ich lieb(t)e Kind 1 über alles. Ich hatte weniger Zeit für mich und wir für uns. So what! Wir hatten ja den kleinen Prinzen! Und der verzaubert(e) uns jeden Tag aufs Neue. Auch als die Zeit kam, in der er uns unsere persönlichen Nervengrenzen deutlich und vehement aufzeigte. Trotz allem fand ich mich selbst entspannt. 

Doch dann kam (fast) auf den Tag genau 2,5 Jahre später Nr. 2! 

  
Und alles war anders. Schöner? Erstmal nicht! Ich hatte nicht weniger Zeit für mich, sondern gar keine mehr. Die Liebe verdoppelt sich, sagen alle. Ich fand es (vorerst) nicht.  

Kind 1 lag nach der Geburt in meinem Arm und ich war geflasht, verliebt und für immer verzaubert. Da war er, mein kleiner Prinz. Ich konnte ihn immer nur ansehen und mir kamen die Tränen, vor Glück.

Kind 2 lag nach der Geburt in meinem Arm und ich war kaputt, müde und leer. Da war sie, meine kleine Prinzessin. Ich sah sie immerzu an und mir kamen die Tränen,  vor Sorge.

Ich wartete auf den zweiten Knall der großen Gefühle, doch er blieb (vorerst) aus. Es kamen Ängste, Zweifel und Bedenken. Ich fühlte mich schlecht. 

Hochschwanger konnte ich so viel nicht mehr mit Kind 1 machen. Die Nerven waren dünner, die Kraft weniger, der Bauch größer denn je. Nach der Geburt würde ich wieder voll für ihn da sein – hatte ich gedacht. Doch keine Mutter steht aus dem Kreisbett auf und tobt mit ihrem zweijährigen um die Wette. Kind 1 machte das Beste was ein großer Bruder hätte machen können: er orientierte sich temporär weg von Mama, hin zu Papa. Er gab mir damit alle Zeit die eine Mama am Wochenbett für ein Neugeborenes benötigte. Doch ich fühlte mich verstoßen von ihm. Kind 2 hatte seine Mama immer ganz nah bei sich, Tag und Nacht. Aber mein Herz das kämpfte. Um den vermeintlichen Verlust des kleinen Prinzen, mit meinen persönlichen Erwartungen an mich und den Gefühlen zu der kleinen Prinzessin. 

Die Zeit verging, ich kam auf die Beine. Mein Kopf wurde klarer, mein Herz offener. Ich akzeptierte das ich nichts im Griff hatte. Das ab jetzt erstmal das Motto war „einer heult immer“ – irrelevant ob Kind 1, Kind 2 oder ich. 

Mein schlechtes Gewissen wich einem eigenartigem Trotz. Warum sollte ich ein schlechtes Gewissen Kind 1 gegenüber haben? Er hatte 2,5 Jahre lang uns allein, nur für sich. Eine Zeit, welche Kind 2 nie im Leben haben würde. Sie musste alles teilen, von Beginn an. Gleichzeitig hatte ich Kind 1 die vermutlich längste Beziehung seines Lebens geschenkt: die Geschwisterbeziehung! 

Mit dieser Gewissheit fiel es mir leichter den Alltag ohne Selbstgeiselungen zu leben. Wir wurden ein Team. Wir wurden unzertrennlich. Wo ich war, waren auch die beiden. Jeder musste zurück stecken, nicht nur ich. Auch Kind 1 und 2. Und es kam was hätte schon am ersten Tag hätte kommen sollen: die Liebe zur kleinen Prinzessin! Sie kam verspätet aber mit großen Schritten und unaufhaltsam. Am Ende war sie tatsächlich so groß und intensiv wie bereits beim kleinen Prinzen. Ich hatte sie also doch: Liebe für zwei! 

Das alles ist inzwischen knapp 2 Jahre her. Was bleibt ist ein gewisses Chaos im Alltag und die Gewissheit das alles genauso richtig war wie es war und das es nur ein Punkt gab der hätte anders laufen können: meine Erwartung zu Beginn an mich selbst, die Situation und den Start mit zwei Kindern.

„Die glücklichsten Kinder der Welt…

… das sind wir doch, nicht wahr Mama?!“

Es sind diese Momente in denen man die Zeit anhalten möchte, sich das Tränchen der Rührung aus dem Augenwinkel wischen möchte und ganz tief vor Stolz und Glück seufzen will. Aber im nächsten Moment weißt du es ist nicht eine Träne, die an deiner Wange herunter rinnt sondern der strömende Regen, in dem du gerade stehst und der offensichtlich an den Kindern völlig abperlt, denn die haben etwas neues in unserem Vorgarten entdeckt: Walderdbeeren! 

 

Irgendwann müssen die sich selbst gesetzt bzw vermehrt haben aber nun stehen sie entlang der Hauswand und den Mülltonnen und tragen so winzig kleine aber hoch aromatische Minierdbeeren, dass die Kinder alles vergessen und nur noch auf der Suche nach der nächsten kleinen roten Minifrucht sind.   

Und die Erdbeerblätter sind in den grünen Smoothies ein Traum! Eine Handvoll der Blätter reicht und man hat das Gefühl man hat 200g Erdbeeren mit geschreddert.

Salzteig

Eigentlich vergess ich diese schnelle und durchaus nette Oma-hat-Geburtstag-Kind-bastelt-noch-was-Idee immer viel zu oft:

Salzteig! Irgendwie hat der wirklich Potential um sinnlosen Schmuck, Anhänger, Bilder und sonstigen Schrapel herzustellen.

  • 2 Becher Mehl
  • 1 Becher Salz
  • 1 Becher Wasser
  • 1 TL Öl 

mischen, kneten, formen, rollen, ausstechen und dann für 2h bei 130 Grad in den Backofen

Am Ende anmalen, verzieren, dekorieren, verpacken und verschenken. Kind beschäftigt, Oma glücklich, Mama entspannt!

 
  

Camper 2.0

Deutsche Spießigkeit vor Wohnwagen und Wohnmobilen, gepaart mit Gemeinschaftsduschen und Leben auf engstem Raum ohne Rückzug und Platz. Das klingt nicht wirklich sexy und ist erst recht nichts für all jene unter uns, die wir uns immer so frei und unkonventionell fühlen. 

Und doch ist es für uns das Größte überhaupt, denn 

  • Wo kann man 10x im Jahr in den Urlaub fahren und hat immer sein eigenes Bett dabei? 
  • Wo kann man ohne buchen und reservieren einfach losfahren und ist der Nachbar, das Wetter oder sonstwas doof, fährt man weiter? 
  • Wo macht man morgens 8 Uhr die Tür auf, entlässt die Kinder zu einer Horde anderer Kinder und sammelt sie abends wieder ein? 
  • Wo hat man oft das „Haus“ direkt am Meer oder See stehen?

Ganz klar: auf dem Campingplatz!

Ja, damals mit dem Bulli waren wir gefühlt deutlich cooler, als jetzt mit dem Kastenwagen, aber komischerweise geht es Vielen inzwischen so. Es gibt offensichtlich langsam eine ganze Generation Camping 2.0 die heranwächst.  Die nun alle auch mit Kindern unterwegs sind oder auch schon wieder ohne und zumindest etwas das Bild vom spießigen, deutschen Camper revidieren, der dauergrillend tagein und tagaus auf seiner Parzelle hockt. 

Denen es wichtig ist draußen zu sein, die Kinder einfach spielen und toben zu lassen und entspannt ein paar Tage zu verbringen.    

 
Und wann ich das letzte Mal so tolle Sonnenuntergänge direkt „vor der eigenen Haustür“ sah, während die Kinder in ihren Betten schliefen und das Babyfon schweigend neben mir lag, dass ist schon ein paar Monate her.   

  

Diesmal waren wir übrigens auf dem Darss in Dierhagen an der Ostsee. Eine ganz tolle Ecke in Deutschland und immer einen kleinen Urlaub wert! 

 

gebackene Holunderblüten

Juni ist Holunderzeit! Die Parks in den Städten sind voll damit.

Und dann geht’s wieder los: Holunderblütensirup, Holunderblütengelee aber der Renner dieses Jahr waren auf jeden Fall gebackene Holunderblüten.  
Man braucht 1-2 Kinder mit Scheren zum sammeln der Holunderblüten und außerdem noch 

  • 1 Ei
  • 100 ml Holunderblütensirup 
  • 150ml Milch
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 Prise Salz
  • 100g Mehl

Alles zu einem Teig verrühren und diesen 10min ziehen lassen. 

Dann genügend Öl in eine Pfannze und die einzelnen Dolden erst in den Teig tauchen und dann in der Pfanne ausbacken und anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen. 

Bei uns gab es dazu Vanillequark und wir waren alle restlos begeistert. 

Graskopf

„Mama wann machen wir nun endlich den Graskopf? Immer sagst du später!“ 

Achja, richtig der Graskopf! Gesehen in einem Pixibuch von Pettersson und Findus. Also gut, ab ins Schlafzimmer 2 Feinstrümpfe aus dem Schrank gezogen und raus in den Garten. 

  
In jeden Strumpf 2 Kinderhände voll Grassamen und dann entweder mit Erde oder (wie wir) Kaninchenstreu füllen. Unten zuknoten und einmal in einen Eimer Wasser tauchen. Verzieren mit Wackelaugen und bunten Federn oder sonstigem Zeugs und dann ab damit in ein Glas voll Wasser. Wir haben noch eine Pappe drum herum gemacht, damit nicht der ganze Kopf eintaucht. Und zum Schluss warten, warten, warten bis die Haare sprießen.