Saisonbienenstart

Nun ist der Frühling endgültig eingeleitet.

Die erste große Durchsicht ergab, dass beide Wirtschaftsvölker und auch der Ableger den Winter schadlos überstanden haben. 

Die ersten Dronenrahmen wurden eingehängt und nun geht es wieder los mit der wöchentlichen Durchsicht.

Und weil ohne Apps und technischen Hilfsmitteln alles nur halb so schön ist, Dokumentiere ich die Durchsichten und Tätigkeiten in der App „myBien“. Interessant ist dann vor allem auch immer der Rückblick wie es letztes Jahr um diese Zeit war. 

  

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Propolistinktur 

Sie ist fertig! Meine erste selbst hergestellte Propolistinktur. 2 kleine Gläschen sind es geworden. 

  
Ich sammle unterjährig immer den Propolis den die Bienen an den Rähmchen hinterlassen und gebe ihn dann direkt ins Gefrierfach. Auf die Art sammelt sich dann übers Jahr doch eine kleine Menge zusammen.
Diese wird dann gefroren pulverisiert (entweder mit einer alten Kaffeemühle, mit dem Mörser oder einer Küchenmaschine) und in ein dunkles Schraubglas gefüllt. Nun kommt reiner medizinischer Alkohol aus der Apotheke drauf im Verhältnis 1:2. Also bspw. 20g Propolis und 40g Alkohol, ich hatte den 96%igen.

Danach kommt der Deckel drauf und einmal täglich wird das ganze gut durchgeschüttelt. Wenn man nicht täglich daran denkt, ist es auch nicht schlimm.
Nach ca. 6 Wochen wird alles durch ein Kaffeefilter in ein sauberes Glas gefüllt. Im alten Glas bleiben nun nur noch saubergewaschene sonnengelbe Wachsreste zurück und im neuen sammelt sich die dunkelbraune Propolistinktur.


„Äußerlich wird Propolis vorbeugend und therapeutisch bei Irritationen, Entzündungen und Verletzungen der Haut (…) und Schleimhaut (…) verwendet. Ethanolische Sprays und Lutschpastillen werden zum Schutz vor Infektionen und zur unterstützenden Behandlung bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet. Auch in Pflegeprodukten für Haut und Haare wird Propolis verwendet. Lokal wird Propolis in Einreibungen und Salben zur Linderung rheumatischer Beschwerden benutzt.
Innerlich wird Propolis traditionell zur Stärkung des Immunsystems und Vorbeugung vor Erkältungskrankheiten der unteren Atemwege (Bronchitis) angewendet. „(Quelle: Wikipedia)

Frühtracht vs. Spättracht 

Es ist schon sehr erstaunlich wie unterschiedlich Honig von ein und dem selben Standort aussehen kann.

  
Links ist die Mitte Juni geschleuderte sogenannte „Frühtracht“ und rechts unsere Mitte August geschleuderte „Sommertracht“ oder „Spättracht“, da sind die Bienen wohl ziemlich viel in Nachbars Tannen abgebogen. 

Da wir hier in klassischer Wohngegend mit kleinen Gärten wohnen und nebenan nur eine kleine Ecke Stadtwald haben, wäre es bestimmt interessant was und von wo die Bienen alles eingesammelt haben. 

Ein Honigjahr geht zu Ende

Am heutigen „Tag der Biene“ haben wir unsere „Sommertracht“ geschleudert. Insgesamt hatten wir von 2 Völkern 2,5 Zargen die geschleudert werden konnten! Da waren die Damen also immens fleißig im Sommer. 

 Tatsächlich artet das entdeckeln und Schleudern fast in Arbeit aus bei der Masse, aber geschenkt gibt es schließlich nichts.

Aber erstmal eins nach dem anderen. Vorgestern haben wir in den Beuten jeweils eine Bienenflucht eingefügt – das ist so ein Deckel der es den Bienen ermöglicht den Honigraum zu verlassen, aber nicht mehr dahin zurück zu kehren. Heute Morgen dann also Imkergewand drüber und die Honigräume angenommen. Da immer noch Bienen auf den Rähmchen sitzen können, müssen diese einzeln abgekehrt werden. Dann alles rein und Türen und Fenster zumachen. 

 

Als nächstes geht es los mit dem Entdeckeln – schneller geht es wohl mit einem Heissluftfön, was für nächstes Jahr durchaus eine Überlegung wert wäre. Wir haben aber heute noch brav mit Entdeckelungsgabel gearbeitet 

  

Danach kommen je zwei Rähmchen in die Schleuder. Einmal anschleudern, Rähmchen wenden, nochmal anschleudern und dann Gas geben bzw in unserem Fall kurbeln, kurbeln, kurbeln. 
  
Hahn auf und alles durch ein Sieb auffangen. Danach wurde es nochmal fein gesiebt und so sind wir am Ende auf Sage und Schreibe 27,5 kg gekommen. Unglaublich.

Unser 2. Bienen- bzw. Honigjahr schließt damit mit sensationellen 40kg Honig in Summe ab und unser letztjähriger Ableger hat – neben unserem ersten Volk was wir aus einem Ableger von 2013 gezogen haben – ganze Arbeit geleistet. 

Nun geht es also an die anderen Arbeiten wie Varroabehandlung und Auffütterung für den Winter, damit die Damen gut über die Runde kommen.

Hähnchen unter Druck

Bei unseren Küken dieses Jahr war ein Hahn dabei und wir haben uns entschieden diesen erstmal zu behalten. Wie sich das im Detail dann verhält, da wir mitten in der Stadt umgeben von Nachbarn wohnen, müssen wir erst austesten. Bisher ist die Frustrationstoleranz unserer Nachbarn beim lauten Hühnergegacker sehr hoch. Wie es dann bei uns und den Nachbarn mit Hahnen-Kikeriki aussieht, dass wird die Zeit zeigen. 

Allerdings ist so eine Nachzucht von Hühner gar nicht mal so zeitunintensiv. 

  
Nachdem die Mutter entgluckt hatte, haben wir die Küken noch separiert aber mit Sichtkontakt zu den Anderen gelassen. Das klappte so gut, dass wir uns entschieden nach 1 Woche die kleinen Hühner mit den großen Hühnern zusammen zu lassen. 
Nun zeigt aber auch hier die Natur wieder einmal das die Verhaltensbiologie und die Sozielentwicklung von uns Menschen gar nicht soweit weg sind von der eines Huhns. Das die Kleinen die Kleinen sind, war unumstritten und es gab erstmal an der sogenannten Hackordnung im Stall nichts zu ändern. 

  
Jedoch ahnten die Großen, dass zeitnah mit dem Hahn im Stall ein anderer Wind wehen wird und nutzen nun Ihre einzig verbleibende Chance – sie hacken, jagen und mobben den Hahn, dass dieser um sein Leben fürchten muss. Hetzjagden sondergleichen spielten sich ab, so dass wir nun erstmal wieder die kleinen Hühner samt Hahn räumlich getrennt von den großen haben, damit diese den Hahn nicht umbringen.

 

Honigmäulchen

Heute war es so weit, wir haben aus unserem stärksten Bienenvolk das erste Mal eine Frühtracht geschleudert und für die Kinder war es ein Fest! 

Erstmal musste der Honigraum der Beute reingeholt werden. Dann haben wir die Waben durchgesehen und die die am meisten verdeckelt waren bzw. die Waben wo der Honig einen Feuchtigkeitsgehalt unter 20% hat konnten wir schleudern. 

 
 Zuerst muss der Honig entdeckelt werden, dass passiert mit so einem „Entdeckelungsgeschirr“, geht aber natürlich auch mit jeder normalen Gabel.

 Danach kommen die Waben in die Schleuder und werden erstmal angeschleudert. Ein paar Runden anschleudern von beiden Seiten und dann heißt es wie wild kurbeln. Für uns Hobbyimker genügt so eine gebrauchte Handschleudern, mit Platz für 2 Rähmchen je Schleudergang, völlig aus.   

 Dann wird der Hahn geöffnet und heraus kommt Honig wie im Schlaraffelland gelaufen. Wenn der Honig sich auftürmt beim herauslaufen, dann ist er „gut“. 

  
Gefiltert durch 2 Siebe, um Wachsreste herauszufiltrieren, ergab es ganze 13 kg Frühtracht die wir aus gerade mal 8 Rähmchen erhalten haben. Das ist für uns Hobby-Stadtimker mit nur Wohngebiet und ohne hektarweiten Feldern um uns herum, schon sehr beeindruckend.  

 Dann nochmal ein finaler Filtergang durch ein ganz feines Sieb und fertig ist der Honig. 

 Weil wir aber – wie fast alle – in erster Linie cremigen Honig mögen, muss er jetzt ein paar Wochen  stehen, bis sich die ersten Kristalle bilden und dann wird er regelmäßig gerührt bis er die gewünschte Konsistenz erhält.

  

Kükenkür

Vor gerade mal fünf Wochen waren die Damen noch klein, gelb (& braun) und ganz flauschig und nun sind sie schon richtige kleine Damen geworden. Ein Herr ist auch dabei!  

 
Aber immer noch schlafen alle fünf jede Nacht unter Mamas Flügeln und diese passt auch immens auf wenn sich nur einer zu nah heranwagt. Langsam wird es allerdings knapp unter den Flügeln.

   

Da die Glucke nun aber schon wieder Eier legt, hat es sich wohl bald ausgegluckt und die kleinen müssen bald allein klarkommen.